„Mit dem Teufel verbünden“. Ich kenne dieses Zitat von Lenin nicht, es kann aber sein, dass er sich mal so geäußert hat. Da sage ich: „Warum eigentlich nicht?“ Hat Sowjetrussland 1917 nicht mit dem Vertrag von Brest-Litowsk für Russland den 1. Weltkrieg beendet? War das falsch?

 Halte nach diesen lustigen kleinen Pilzen ausschau, ein Bild von ihnen findest du im Anhang. Einfach genießen und nach ca einer halben stunde, kannst für 2-4 Stunden in die Zukunft sehen. Falls dir auf deinem total ernsten Trip kleine pinke Elefanten auffallen oder Antisemiten bei der Friedensbewegung, das ist ganz normal!

Halte nach diesen lustigen kleinen Pilzen ausschau, ein Bild von ihnen findest du im Anhang. Einfach genießen und nach ca einer halben stunde, kannst für 2-4 Stunden in die Zukunft sehen. Falls dir auf deinem total ernsten Trip kleine pinke Elefanten auffallen oder Antisemiten bei der Friedensbewegung, das ist ganz normal!

Antwort von Gerd Höhne auf einen Leserbrief (siehe)

Baroness Jutta von Dittfurth leidet unter Halluzinationen

Liebe  H.B.,

1.: Ich habe das Gewäsch der Frau Jutta von Dittfurth im Fernesehen gesehen. Was sie sagte, entsprach dem „antideutschen“ Schema. Alle Juden haben mit Geld und irgendwie mit Banken zu tun, wer was gegen Geld/Banken sagt, sagt was gegen Juden, folglich ist er Antisemit. Nach dem Muster ist jegliche Kritik am Imperialismus, dem Geschäftsgebaren der internationalen Konzerne und Banken purer Antisemitismus.

Das ist natürlich vollkommener Blödsinn. Ich kann nicht glauben, dass jemand wie Frau von Dittfurth und die „Antideutschen“ von Bahamas, Konkret und Jungle World solchen Blödsinn glauben. Warum setzen sie ihn dann in die Welt? Sie wollen die – in diesem Fall die Friedensbewegung – diffamieren.

2. Meines Wissens bezieht sich der Artikel von mir nicht auf Elsässer und Co, sondern auf die Friedensbewegung. Ich habe recht intensive Kenntnisse über sie. Dass das ein buntes Gemisch verschiedenster Richtungen ist, ist klar: Da gibt es friedensbewegte Katholiken von Pax Christi (hier in Duisburg sogar ein ehemaliger Jesuit), Pazifisten unterschiedlichster Couleur, Sozialisten, Kommunisten unterschiedlichster Richtungen (DKP, MLPD u.a.), was aber fehlt, sind Rechte. Vor Jahren warnte mal einer aus Dortmund vor ihnen, sie kämen jetzt zum, Ostermarsch. Das war ein Herr Ulrich Sander. Aber der ist mehr als antideutsch angehaucht und steht in der DKP am rechten Rand. Also Fehlanzeige. Wer in der Friedensbewegung Neu- oder Altrechte sieht, leidet unter Halluzinationen.

3. „Mit dem Teufel verbünden“. Ich kenne dieses Zitat von Lenin nicht, es kann aber sein, dass er sich mal so geäußert hat. Da sage ich: „Warum eigentlich nicht?“ Hat Sowjetrussland 1917 nicht mit dem Vertrag von Brest-Litowsk für Russland den 1. Weltkrieg beendet? War das falsch?

Oder: Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag von 1939 war richtig, denn damit gewann die UdSSR Zeit. Hitler wollte die SU mit Krieg überziehen, das war Stalin klar und das wollten die westlichen Imperialisten auch. Sie hätten bei einem Angriff der Nazis auf die UdSSR keinen Finger gerührt. Das durchkreuzte Stalin und der Angriff ging erstmal gen Westen – zum Entsetzen der Herrschenden in Paris und London, denn sie verband mit Hitler ihr Hass gegen die Sowjetmacht. Stalin durchschaute diese Haltung und die UdSSR tat genau das, was notwendig war: Sie verband sich – scheinbar – mit dem Teufel Hitler und hielt ihn sich für einige Zeit vom Hals. Damit schuf Stalin eine Voraussetzung für den Sieg über Nazi-Deutschland nach 1941 bis 1945.

Wie richtig es war, dass man den Westmächten nicht trauen konnte, zeigte sich dann, als die Wehrmacht in der UdSSR einfiel: Die Westmächte taten nichts! Nichts? Schickten sie  nicht Hilfsgüter? Doch, aber:

-        sie dienten vor allem dem Profit der Konzerne in den USA, denn die USA verschenkten das ja nicht, sie bekamen es bezahlt und

-        gekämpft hat bis 1944 die die Rote Armee und, als die Westmächte im Dezember 1944/Jan. 1955 in der Ardennen-Offensive der Wehrmacht in Bedrängnis gerieten, baten sie die sowjetische Führung zur Entlastung der  Westmächte ihre Offensive im Osten wieder aufzunehmen – was die Rote Armee dann auch tat. Diese hatte an der Weichsel halt machen müssen, weil sie aus dem Tiefen Russlands die Wehrmacht vor sich her getrieben hatte und die Weichsel das erste natürliche Hindernis darstellte bei dem sie Halt machen konnte um die Transportwege vom Hinterland zur Front aufbauen zu können, was logischerweise bei schnellen Vormarsch nicht möglich war. Aber auf Bitten der westlichen Verbündeten begannen sie im Januar ihre Offensive erneut, die sie dann zum Schluss bis Berlin bringen sollte.

Was ich damit sagen will: Die USA und Britannien waren unsichere Verbündete. Erst halfen sie Hitler bei der deutschen Hochrüstung, indem sie wegsehen, wie die Faschisten alle möglichen Verträge brachen (Austritt aus dem Völkerbund, Besetzung des Rheinlandes durch die Wehrmacht, Wehrpflicht)  oder sie gestatteten den Faschisten die Hochrüstung (deutsch-britisches Flottenabkommen), dann das Münchner Abkommen gegen die Tschechoslowakei, die Besetzung der „Resttschechei“, die Verweigerung der Lieferung moderner Waffen an Polen usw.

Vor dem Beginn des faschistischen Einfalls in die UdSSR waren sie darauf aus, dass Hitlerdeutschland in die UdSSR einfällt. Als das Stalin durchkreuzte, ging das Geschrei los – bis heute.

War das  falsch, dass die UdSSR den  Nichtangriffsvertrag mit Nazi-Deutschland schloss? Nein, Stalin hatte keine Wahl.

Manchmal ist es nun mal so, dass man sich seine Verbündeten nicht aussuchen kann. Nenne das sich mit dem Teufel verbünden, ich nenne es, einen richtigen taktischen Schachzug machen und da muss man sich fragen, wie ist die Gefahrenlage, gibt es Alternativen?

4. Jürgen Elsässers Ansichten teile ich nicht. Ich habe ihn mal aus der Zeit, als er bei der Jungen Welt war, bei einem Vortrag erlebt und ihm auch gesagt, dass für mich immer noch Karl Liebknechts Worte gelten, dass der Hauptfeind eines jeden Volkes eigenem Land steht. Damals meinte er, der US-Imperialismus sei der Hauptfeind auch der Deutschen.

Ich bin zwar der Meinung, dass der Hauptfeind der Völker weltweit der US-Imperialismus ist, aber der Kampf gegen den eigenen Imperialismus darf damit nicht vernachlässigt werden. Elsässer dagegen meinte, alle, die gegen den US-Imperialismus sind, sind unsere Verbündeten. Dem widersprach ich. Der Feind unseres Feindes muss nicht unser Freund sein.

Ob Elsässer aber die Verkörperung de Teufels und/oder Faschismus ist, wie Baroness von Dittfurth meint, halte ich für Verharmlosung der faschistischen Gefahr. Die Inspiratoren des Faschismus sind die großen Konzerne und Banken, die halten sich die Option des Faschismus offen und zwar dann; wenn sie nicht mehr mit den Mitteln der bürgerlichen Demokratie das Volk, vor allem die Arbeiterklasse, niederhalten können und sie ihre Herrschaft in Gefahr sehen. Ist das vielleicht schon Antisemitismus? Aus der „antideutschen“ Ecke kamen schon Vorwürfe dieser Art.

5. Ukraine-Frage: Ich sehe das anders. Die Linke – mal von Außenseitern abgesehen – ist sich weitgehend einig, dass der Putsch in der Ukraine von den USA und der EU angezettelt wurde und von hier gesteuert wurde und wird. Das sehen auch viele Menschen in unserem Land, vielleicht sogar die Mehrheit, so oder so ähnlich und das trotz der gewaltigen Propagandaschlacht der bürgerlichen Medien.

6. Du schreibst; „Zugegeben, dass Jutta Dithfurth vielleicht den Bogen überspannt hat in ihrer Einschätzung, aber sie hat das Wesen dieser Veranstaltung Friedensmahnwachen erkannt und klar benannt.“

Ich sage: Frau von Dittfurth halluziniert sich was zusammen. Sie behauptete u.a, in dem Interview, die Friedenfreunde sagten: „wir sind für den Frieden, Schuld daran ist eine jüdische Weltverschwörung.“

Mir ist diese Behauptung in der Friedensbewegung noch nie begegnet. Freifrau von Dittfurth ist offenbar ihr blaues Blut ins Hirn geflossen. Hirnblutungen trübt bekanntlich auch die Fähigkeit zur Vernunft, auch und vor allem bei Blauenblütigen.

7. Du schreibst; „Nun alles, was sie äußert, als falsch anzusehen, halte ich wiederum für eine Überspannung, desgleichen die Kritik daran, dass ihr das deutsche Mainstream-Fernsehen ein Podium gab.“

Nein, nicht alles war falsch, Sie sagte zu Beginn des Interviews „Guten Abend“ und trank einen Schluck. Die Worte „Guten Abend“ als eine Begrüßung sind sicher nicht falsch. Aber trank sie dann Feuerwasser? Was sie danach sagte, war Geschwafel und dummes Zeug. So sollen Hunderttausende ihr geantwortet haben, Sie sagte dann „Zehntausende“. Kennt sie den Unterschied zwischen hunderttausend und zehntausend nicht? Ich denke also, wahrscheinlich ist ihr Hirn umnebelt gewesen.

8. Du schreibst; „Nach meinem Verständnis hat sie die Friedensbewegten verantwortungsvoll gewarnt, sich nicht vor den Karren dieser neurechten Bewegung spannen zu lassen.“

Soweit ich die Friedensbewegung kenne – und ich glaube, ich kenne sie recht gut – benötigt sie die weisen Ratschläge der Baroness nicht. Faschisten jeglicher  Couleur haben bei ihr keine Chance. D.h. eine faschistische Richtung ist schon vertreten, wenn auch nicht sehr erfolgreich: die der „Antideutschen“. So machen da die Jungdemokraten am Rande mit und einer, der selbst in seiner Partei der DKP, ein Außenseiter ist, macht da auch mit. Ein gewisser Ulrich Sander aus Dortmund. Der aber dürfte Frau von Dittfurths Ansichten sehr nahe kommen.

Rotfront

Gerd Höhne

Ein Leserbrief von h.b.

Lieber Roter Webmaster,

mir scheint, dein Autor Gerd Höhne ist reingefallen und nicht Jutta Dithfurth. Reingefallen auf den sogenannten linken Mainstream, den es natürlich auch gibt, nicht nur den rechten. Und wenn ich in diesem Zusammenhang von links schreibe, dann meine ich nicht die Menschen, die nach meinem Verständnis Kommunisten sind und das nicht nur von sich behaupten.

Bei seinem Beitrag zu den Friedensmahnwachen der Elsässer, Jepsen und Märholz kommt mir Gerd Höhne ein wenig zu vertrauensselig daher. Was Jutta Dithfurth in dem 3sat-Interview gesagt hat, war auch nach meinem Verständnis nicht ganz einsehbar, ich bin mir aber sicher, dass sie auf einen wunden Punkt innerhalb der sogenannten linken Bewegung getroffen hat, nämlich: Muss man sich mit dem Teufel verbünden, wenn man seine Ziele erreichen will, wie Lenin mal sagte?

Ich muss dir nicht erklären, wer Jürgen Elsässer ist. Sein Geschwafel auf der Berliner Mahnwache, dass es jetzt kein Links und kein Rechts mehr gebe, sondern nur noch – ja was eigentlich? erinnert mich ein wenig an unseren Kaiser Wilhelm sel., der meinte, er kenne jetzt keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche. Nun ist Jürgen Elsässer nicht nur einer der zweitausend Teilnehmer dieser Mahnwache gewesen, sondern gehört zu den Organisatoren dieser Veranstaltung. Jebsen war, wenn ich richtig informiert bin, wegen antisemitischer Äußerungen sogar aus dem RBB rausgeflogen. Ganz darf man, auch wenn man für den Frieden ist, wohl nicht vergessen, um wen es sich bei den Veranstaltern handelt, will man sich von diesen Herrschaften nicht instrumentalisieren lassen.

Soviel mir bekannt ist, treffen sich bei diesen Friedensdemos nicht nur Friedensfreunde, sondern auch viele, die einen Hang ins rechte Milieu haben und die langsam die Überhand bei diesen „Friedensdemos“ gewinnen, zumindest sind sie die Lautstärksten – angefeuert von den Veranstaltern. Die sich natürlich hüten werden, allzu deutlich zu werden, das würde unsere braven Friedensfreunde verschrecken können. Selbstverständlich bin ich der Ansicht, dass die Teilnehmer der Friedensmahnwachen nicht mit den Organisatoren zu verwechseln sind, sondern dass sie von einem sehr menschlichen Friedenswillen angetrieben und von der Neurechten, ohne dass es ihnen bewusst wird, instrumentalisiert werden.

Muss man sich also mit dem Teufel verbünden? Dass die deutsche Linke sich nicht zu Protesten gegen USA und EU aufraffen kann, hat mit den vielen Unklarheiten zu tun, die es im linken Milieu nicht nur in der Ukraine-Frage gibt. Da sind die Herrschaften Elsässer, Jepsen und Märholz in die Lücke gesprungen, weil sie den feinen Riecher dafür hatten, was ein großer Teil der Deutschen von den Handlungen ihrer Regierung in der Ukraine-Frage hält und dass das ein geradezu klassischer Anlass ist, da mal ordentlich Rabatz zu machen. Und ganz nebenbei sich als die großen Aufklärer gegen den Antisemitismus auszugeben, was bei unserer Obrigkeit wegen der sogenannten Freundschaft zu Israel immer gut ankommt.

Zugegeben, dass Jutta Dithfurth vielleicht den Bogen überspannt hat in ihrer Einschätzung, aber sie hat das Wesen dieser Veranstaltung Friedensmahnwachen erkannt und klar benannt.

Nun alles, was sie äußert, als falsch anzusehen, halte ich wiederum für eine Überspannung, desgleichen die Kritik daran, dass ihr das deutsche Mainstream-Fernsehen ein Podium gab. 3sat hatte ganz andere Hintergedanken, für die Herren Redakteure ging es nur darum, dass eine Linke jetzt öffentlich „gegen die Linken antritt“, Jutta Dithfurth also zu denunzieren. Aber hat sie das wirklich getan? Ist sie wirklich gegen die Linken angetreten? Nach meinem Verständnis hat sie die Friedensbewegten verantwortungsvoll gewarnt, sich nicht vor den Karren dieser neurechten Bewegung spannen zu lassen. Dafür musste sie nach Lage der Dinge zwangsläufig ein Mainstreammedium nutzen, es gibt nun mal kein linkes Fernsehen. War das so unverständlich? Ob sie es ehrlich meinte, also kein falsches Spiel trieb, kann ich nicht einschätzen, ich kann nicht in den Menschen Dithfurth hineinsehen.

Und das ist es, dieses Verständnis, was ich bei deinem Autor Gerd Höhne, den ich ansonsten sehr schätze, in diesem Fall doch vermisse.

Wir sollten uns amüsieren: Jetzt wird unsere rechte Regierung wegen ihrer Aktivitäten in der Ukraine-Frage sogar von rechts angegriffen! In diesem Fall versteht sich sogar die Neue Rechte als Korrektiv der Regierungspolitik!

Mit Kampfesgrüßen!

h.b.