Ende der 70er Jahre etablierte sich in Kambodscha das Mörderregime der Roten Kmer, von China tatkräftig unterstützt. Als dann Vietnam dem Spuk militärisch ein Ende bereitete, begann die VR-China einen Krieg gegen Vietnam.

Mao tsetung empfängt den deutschen  Reaktionär F.J.Strauß

Mao tsetung empfängt den deutschen Reaktionär F.J.Strauß

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Für mich ist Mao umstritten

Von Günter Ackermann

Wir demonstrierten Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, das „Rote Buch, Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung“ hochhaltend, gegen den Krieg in Vietnam. China war für uns das Sinnbild für kommunistisch und revolutionär. In der UdSSR regierten seit dem 20. Parteitag die Revisionisten, die Chinas Kommunisten in seiner Polemik zur Generallinie der der internationalen kommunistischen Bewegung[1] gnadenlos demaskiert hatte.

Was wir nicht wussten war, dass die Führung der KP-Chinas sehr gezögert hatte, die Genossen der Partei der Arbeit Albaniens unter Enver Hoxha hatten die chinesischen Kommunisten mehrfach gedrängt. Erst 1963 bezog dann die KP-Ch Position. Das, was da geschrieben wurde, hat allerdings auch heute noch Gültigkeit – es gibt keine bessere Kritik am modernen Revisionismus.

Stattdessen erschien bereits Februar 1957 – lange vor der Auseinanderwsetzung mit dem modernen Rev isionismus – ein revisionistischesMachwerk aus der Feder Maos: „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volke“. Darin wird zur „Lasst-hundert-Blumen-blühen“-Kampagne aufgerufen, es werden revolutionäre, bürgerliche, konterrevolutionäre usw. Ideen gleich gestellt und zur Diskussion miteinander aufgefordert. Im gleichen Werk stellt Mao fest, dass in China der Widerspruch zwischen Proletariat und dem nationalen Teil der Bourgeoisie kein antagonistischer Widerspruch ist. Also ist der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital bei einem  Teil des Kapitals mit friedlichen  Mitteln lösbar.

Dennoch war die Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 ein Paukenschlag. Neben der Sowjetunion, dem größte Land der Erde, war nun auch China, das Land mit den meisten Menschen, dem Imperialismus entrissen. Das muss bei aller Kritik an Mao anerkannt werden.

Der Artikel „Zum 120. Geburtstag von Mao Tsetung“ nimmt mehrfach Bezug auf die DDR. Das soll unbenommen bleiben. Es stimmt, dass es in der KPD und nach dem Krieg in der SED sehr gute Beziehungen zur VR-China gab. Aber nachdem die chinesischen Genossen sich offen gegen Chruschtschow und den 20. Parteitag der KPdSU stellten, kühlte das Verhältnis schnell ab. Walter Ulbricht beendete keine wichtige Rede ohne sein  Bekenntnis zur Sowjetunion und dem Ausruf: „Nieder mit den kleinbürgerlichen Mao-Trupps.“

Ende der 70er Jahre etablierte sich in Kambodscha das Mörderregime der Roten Kmer, von China tatkräftig unterstützt. Als dann Vietnam dem Spuk militärisch ein Ende bereitete, begann die VR-China einen Krieg gegen Vietnam. Das Vietnam hatte sich eben vom US-Imperialismus befreit, der Aufbau hatte eben erst begonnen, da überzogen die Truppen Chinas das Land mit Krieg – wegen eines Massenmörders.

Und noch etwas: Zwischen dem 20. Parteitag der KPdSU und der Einführung des Kapitalismus in den Ländern der Sowjetunion, vergingen mehr als 50 Jahre.

Die Einführung des Kapitalismus in China begann wenige Jahre nach Mao Tod in den 80er Jahren mit den Sonderwirtschaftszonen.

G.A.