Einfach einen Verein gründen, den man dann KP nennt, auch wenn ein V davor ist, ist nichts anderes als die Spaltung noch vertiefen

hasi1Die wirkliche Kommunistische Partei entsteht in den Klassenkämpfen

Antwort auf einen Leserbrief (siehe)

von Günter Ackermann

Lieber Genosse G. W.,

Du schreibst, die VKP* hätte „einzig die Aufgabe sah, für eine Einigung der Kommunisten zu streiten“.

Nun ja, aber Einheit von was und unter welchem Programm? Marx und Engels waren z.B. gegen die Vereinigung  mit den Lassalleanern und Lenin und die Bolschewiki spalteten die SDAPR und bildeten die bolschewistische Partei. Die Oktoberrevolution war siegreich.

In Deutschland dagegen hielt man erstmal die Einheit aufrecht und die Revolution 1918 ging verloren. Einheit ist keine Größe an sich, Einheit mit Opportunisten kann auch schwächen.

Wir erleben das bei der DKP. Da sind Genossen, wie Patrick Köbele mit Revisionisten, wie Leo Mayer, in einer Partei. Solange sie das sind, wird die DKP nicht aus der opportunistischen Ecke raus kommen.

Du siehst also, Einheit ist kein Wert an sich, wichtig ist, Einheit mit wem und unter welcher Bedingung

Weiter schreibst Du:

„„ Auch wir vertreten den Standpunkt, dass sich die „Kommunisten“ selbst zu wichtig nehmen und ihr „Kampf“ einzig darauf gerichtet ist, die eigene Partei zu festigen.“

Nun: Wenn Du damit meinst, dass es Mitglieder von Gruppen gibt, die die Gruppeninteressen über die der kommunistischen Sache stellen, magst Du Recht haben. Aber genau genommen ist es falsch.

Ich bin Anhänger des Marxismus-Leninismus, eben Kommunist. Kommunisten sind, wie Stalin sagte, aus besonderem Holz geschnitzt, sie sind besondere Menschen. Und die Kommunistische Partei ist eine besondere Partei, anders als alle anderen, sie ist die Avantgarde des Proletariats. Ohne KP ist eine siegreiche Revolution nicht möglich. Oder, wie im Lied der Partei:

„Sie hat uns alles gegeben,
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Und wo sie war, war das Leben,
Und was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen,
Wenn die Welt fast erfror, war uns warm.
Uns führte die Mutter der Massen,
Es trug uns ihr mächtiger Arm.“

Die Avantgarde-Partei des Proletariats, also die Kommunistische Partei, ist nur eine Partei, die die leninschen Kriterien erfüllt, Die da lauten:

„…wodurch wird die Disziplin der revolutionären Partei des Proletariats aufrechterhalten? wodurch wird sie kontrolliert? wodurch gestärkt? 

Erstens durch das Klassenbewusstsein der proletarischen Avantgarde und ihre Ergebenheit für die Revolution, durch ihre Ausdauer, ihre Selbstaufopferung, ihren Heroismus. 

Zweitens durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen, in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den nichtproletariscben werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen. 

Drittens durch die Richtigkeit der politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird, durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen. 

Ohne diese Bedingungen kann in einer revolutionären Partei, die wirklich fähig ist, die Partei der fortgeschrittenen Klasse zu sein, deren Aufgabe es ist, die Bourgeoisie zu stürzen und die ganze Gesellschaft umzugestalten, die Disziplin nicht verwirklicht werden.“

Hier ist der Knackpunkt. Die sich kommunistische Partei nennenden Gruppen, auch die VKPD, erfüllen dieses Kriterium nicht und bemühen sich auch nicht, es zu erfüllen. Sie sind somit alle Sekten.

Eine wirkliche KP kann nur in den Klassenkämpfen und in Auseinandersetzung mit dem Opportunismus entstehen. Wo aber ist die VKPD in welchen Klassenkämpfen? Sie ist ein ungedeckter Scheck, Anspruch ohne Inhalt.

Das gilt auch für alle anderen Gruppen. Die sind entweder vom Opportunismus zerfressen, wie die DKP und die MLPD oder sie sind reine Papiertiger. Das ist die Zersplitterung der Kommunisten, denn in allen Gruppen gibt es gutwillige Genossen, potentielle Mitglieder einer KP. Aber sie werden von den Sekten davon abgehalten, sich richtig zu orientieren. Genau das ist ihre Aufgabe im bürgerlichen System. Die Kommunisten sind schwach, wenn sie sich ideologisch falsch und verwirrt orientieren, wenn sie ideologisch unklar sind. Die Zersplitterung dient dazu.

Du schreibst von einer „gemeinsamen Wahlplattform“ der Kommunisten. Das wäre zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber es wäre nicht die Lösung des Problems.

Das besteht darin, dass mit dem XX. Parteitag der KPdSU und Chruschtschow sich der Revisionismus breit gemacht hat. Dieses Gift wirkt in den Köpfen der Genossen, sie sehen das Wesen unserer Sache nicht mehr. Dieses revisionistische Gift muss bekämpft werden, das ist eine Grundvoraussetzung des revolutionären Parteiaufbaus. Und das geht nur durch schonungslose Kritik des modernen Revisionismus und aller anderen Formen des Opportunismus.

Einfach einen Verein gründen, den man dann KP nennt, auch wenn ein V davor ist, ist nichts anderes als die  Spaltung noch vertiefen. Wo bitte ist die Führung von Klassenkämpfen durch die sog. VKPD? Wo setzt sich die sog. VKPD mit dem  modernen Revisionismus auseinander?

Im Internet, So zu sagen digitaler Klassenkampf? Das mag ein lustiges Spielchen sein, mit Kommunismus hat es nichts zu tun. Klassenkampf ist kein lustiges Spielchen, es ist tödlicher Ernst. Es werden täglich Genossen in aller Welt ermordet, weil sie zur kommunistischen Sache stehen. Der Klassenfeind versucht immer wieder uns einzuschüchtern und zu verwirren. Denke nur an die jüngsten Angriffe des Verfassungsschutzes auf mich:  „Juristischer Frontalangriff des Verfassungsschutzes gegen Kommunisten-online Kommunisten-online vom Verfassungsschutz zum Abschuss mittels Justiz frei gegeben?“ siehe

Wir versuchen uns mit  dem modernen Revisionismus und anderen opportunistischen Strömungen auseinander zu setzen, wir versuchen das Wesen des Imperialismus zu enthüllen, wir versuchen die Klassenkämpfe zu  unterstützen, aber wir erheben keinen Parteianspruch. Ich empfinde es als eine Anmaßung, als Etikettenschwindel, wenn sich eine Gruppe kommunistische Partei nennt – ohne auch nur im Ansatz die leninschen Kriterien erfüllen zu wollen oder zu können. Die meisten bemühen sich nicht einmal sie zu erfüllen. Und das sind dann kommunistische Parteien? Natürlich nicht. Im besten Fall sind es kommunistische Zirkel oder Sekten.

Hier findest Du Auseinadersetzungen mit opportunistischen Strömungen durch Kommunisten-online:

Haltet den Dieb oder

Wie Robert Steigerwald Stalin und den Aufbau des Sozialismus verunglimpft und die Geschichte fälscht, siehe

 

Eine Kommunistische Partei wird aus den Klassenkämpfen und der Abgrenzung zum modernen Revisionismus entstehen

Kritische Analyse zum Aufruf: „Schafft die Kommunistische Initiative in Deutschland“ siehe

Hier sind die Unterschiede zwischen uns und der sog. VKPD zu sehen. Die kommunistische Partei ist eine Kader- und Kampforganisation, in ihr sind die bewustesten und besten Kräfte der revolutionären Arbeiterbewegung organisiert. Das alles hat mit Romantik – auch nicht mit Barrikadenromantik – nichts zu tun. Der Marxismus-Leninismus ist eine Wissenschaft und muss auch wissenschaftlich angegangen werden. Wissenschaft aber nicht im Labor, sondern in der Praxis des Klassenkampfes.

Rotfront
Der Rote Webmaster
Günter Ackermann

Auszug aus einem Leserbrief:

so wie Dir ebenso bekannt sein könnte, bin ich seit mehr als 4 Jahren ebenso Mitglied der sich zeitweilig gebildeten Partei VKP, die neben den Fragen des proletarischen Internationalismus, einzig die Aufgabe sah, für eine Einigung der Kommunisten zu streiten – somit der Position auf Deiner Seite entsprach – „ Dem Ziel, der Einheit der Kommunisten, fühlen wir uns verpflichtet – nicht aber den diversen Einzelgruppen und Parteiungen.  „ Auch wir vertreten den Standpunkt, dass sich die „Kommunisten“ selbst zu wichtig nehmen und ihr „Kampf“ einzig darauf gerichtet ist, die eigene Partei zu festigen. Das ist Sektierertum! Nicht die Kommunisten sind der Nabel der Welt – sondern es ging einem Marx um die Rolle und den Kampf des PROLETARIATS – darauf ist das Augenmerk der täglichen Politik zu richten und nicht darauf, die eigene Partei möglichst gegen andere abzuschotten, deren Positionen zu ktitisieren und eventuell noch Mitglieder gegenseitig abzuwerben. Es ist ein Unding, dass z.B. Kommunisten bei der Wahl in Konkurrenz gegeneinander antreten. Wir hatten von Beginn an immer formuliert, dass z.B. eine gemeinsame Wahlplattform der Kommunisten – egal bei welcher Wahl – ein Zeichen gegenüber dem Proletariat sei, diesem zu zeigen, dass die Kommunisten auf dem richtigen Weg sind. 



*  VKP= Vereinigte Kommunistische Partei