Die russischen „Motorradaggressoren“ hatten vor, in Wroclaw am sowjetischen Soldatenfriedhof eine Gedenkfeier abzuhalten. Aber das rief die polnische Landesverteidigung auf den Plan: Vorsorglich marschierte Militär am Friedhof auf, darunter sogar Panzer. Das alles zur Feindabwehr gegen einige hundert Russen auf Motorrädern.

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Von Günter Ackermann

Der Moskauer Motorradclub „Nachtwölfe“ wollte den 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus mit einer Motorradtour von Moskau nach Berlin begehen. Aber im Berliner Regierungsviertel klapperten die Zähne vor Angst: „Die Russen kommen!“ schallte es durch Kanzleramt, Reichstag, Außenministerium und durch die Straßen. Frau Merkel reiste extra nach Warschau um dort die Ukas zu überbringen:

nachtw1Abwehr der russischen Motorradinvasion!

„Jawoll!“, salutiert Ministerpräsidentin Ewa Kopacz und schlug die Hacken zusammen vor ihrer deutschen Vorgesetzten.

Sogleich gab sie den Befehl aus Deutschland ihrem Auenminister weiter. Grzegorz Schetyna, ein berühmter kluger Mann, der im Januar genau wusste, dass nicht die Rote Armee unter Befehl Stalins und dessen General Shukow das KZ-Auschwitz befreite, sondern die Ukrainer. Sicher waren in Auschwitz auch Ukrainer in Uniform und mit Waffen, aber die waren bei der SS und stellten die Mordkommandos um sowjetische Soldaten zu morden.

sogar weibliche Invasoren bringen die Sicherheit der BRD durcheinander

sogar weibliche Invasoren bringen die Sicherheit der BRD durcheinander

Befreit wurde das Lager am 27. Januar 1945 durch sowjetische Truppen der 322. Infanteriedivision der 60. Armee der 1. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin. Der aber war kein ukrainischer Kollaborateur, sondern ein aufrechter Kommunist: seit 1917 Mitglied in der Partei Lenins, er war dabei, als am 7. November 1917 in Petrograd die Arbeiter das Winterpalais stürmten – der Beginn der Oktoberrevolution.

Der und seine Soldaten befreiten Auschwitz. Der wackere Außenminister der Republik Polen scheint hier einiges durcheinander gebracht zu haben: die Bezeichnung „1. Ukrainische Front“ war eine rein geografische. In dieser Truppe kämpfen Soldaten aus allen Sowjetrepubliken – auch Ukrainer, aber nicht nur.

Der wackere Gregor (Grzegorz ist die polnische Entsprechung) hatte eben bei seinen Studien in Wroclaw (Geschichte) die Vorlesung geschwänzt, als der 2. Weltkrieg durchgenommen wurde.

Vor seiner Ministerpräsidentin nahm er den Berliner Befehl entgegen, knallte ebenfalls die Hacken zusammen und bestellte den russischen Botschafter zu sich. Dem teilte er mit, dass seine Regierung in der Invasion von einigen hundert motorisierten Russen eine Gefahr sehe und diese nicht einreisen dürften – trotz eines gültigen  Visums. Das offizielle Russland reagiert entsprechend:

„Wir verurteilen entschieden die Handlungen der polnischen Behörden. Sie zeugen davon, dass Warschau bereit ist, aus konjunkturbedingten Erwägungen heraus die Geschichte umzuschreiben und die Heldentat jener im Grunde genommen anzuschwärzen, die Polen und die übrige Welt vom Faschismus befreit haben“, hieß es

Richtig: Das passt fugenlos in die Stelle „Befreiung von Auschwitz durch Ukrainer“ – nicht die Rote Armee. Russland ist der neualte Feind westlicher Imperialisten. Weil die russischen Oligarchen die Früchte des Reichtums ihres Landes nicht den Herren der Wallstreet überlassen wollen, bedrohen die USA das Land mit Krieg und alle „Verbündeten“ müssen mitmachen. Der Regierenden von Berlin verstehen sich als Wasserträger der Wallstreet und sind willige Erfüllungsgehilfen Washingtons.

Wenn aber die USA und ihre Verbündeten den 2. Weltkrieg allein gewonnen haben – aller historischen  Fakten zum Trotz – dann kann ich mir schon vorstellen, dass eine so spektakuläre Aktion, wie die der „Nachtwölfe“, von Berlin bis Warschau als Bedrohung empfunden wird. Es käme vielleicht heraus, dass es Sowjetsoldaten waren, die den Faschismus vernichteten. Die Westmächte beteiligten sich aktiv erst ab 1944 am Krieg in Europa. Wenn sie, wie Ende 1944 bei der Ardennenoffensive, in Bedrängnis gerieten, forderten sie von der UdSSR Hilfe aus dem Osten an – die sie auch bekamen.

 Eingan g des sowjetischen Soldatenfriedhofs von Wroclaw Hier wurden 650 gefallene Sowjetsoldaten und zwei von den Nazis ermordete deutsche Antifaschisten beigesetzt hier wurden 650 gefallene Sowjetsoldaten und zwei von den Nazis ermordete deujtsche Antifaschisten beigesetzt

Eingan g des sowjetischen Soldatenfriedhofs von Wroclaw
Hier wurden 650 gefallene Sowjetsoldaten und zwei von den Nazis ermordete deutsche Antifaschisten beigesetzt

Die russischen Motorradinterventen hatten vor, in Wroclaw am Soldatenfriedhof eine Gedenkfeier abzuhalten. Aber das rief die polnische Landesverteidigung auf den Plan: Vorsorglich marschierte Militär am Friedhof auf, darunter sogar Panzer. Das alles zur Feindabwehr gegen einige hundert Russen auf Motorrädern.

Abschluss der Gedenkfahrt sollte Berlin sein, im Treptower Park. Hier ist die Gedenkstätte für die Helden der Sowjetarmee, entstanden direkt nach dem Krieg und durch Vertrag mit Russland geschützt. Diese Gedenkstätte ist den Herrschenden ein Dorn im Auge, aber die noch bestehende UdSSR wollte damals, dass diese Gedenkstätte erhalten bleibt und sicherte das mittels Vertrag ab. Der Verräter Gorbatschow wagte es offenbar nicht, zu gestatten, dass die deutsche Regierung diese Gedenkstätten vernichtete (das gilt auch für andere Gedenkstätten für die Armee der UdSSR im Gebiet der ehemaligen DDR).

Solange das nicht ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerät. Mag man es hinnehmen. Wenn das aber einige huindert Russen auf Feuerstühlen  anreisen, die Weltpresse darüber gerichtet und Fotos zeigt, ist die Grenze der Meinungsfreiheit erreicht.

Wo kämen wir auch hin, wenn da Russen kämen und würden die Wahrheit dokumentieren, dass ihre Väter und Großväter die Hauptlast des Kampfes gegen die Nazis getragen hatten. Meinungsfreiheit ist ja gut und schön, aber besser für die Herrschenden ist, dass ihre Wahrheit zur einzig anerkannten wird – auch wenn die historischen Fakten dem widersprechen.

G.A.