Die ISIS-Kämpfer waren im Besitz eines detaillierten Plans der russischen Luftwaffenbasis und klarer Satellitenbilder mit markierten militärischen Schlüssel-Installationen, obwohl Russland die Basis erst seit ein paar Wochen betreibt. Wer hat die ISIS mit dieser Art Informationen versorgt?

ISIS greift Russenbasis in Syrien an und besitzt “detaillierte Pläne und Satellitenbilder“

Quelle: N8Waechter am: 24. September 2015

Von Kit Daniels

Russian-Fighter-Planes-in-SyriaRussische Marineeinheiten stießen nahe Latakia, Syrien, am Sonntag mit ISIS-Einheiten zusammen, so berichten russische Medien. Während der Kampfhandlungen wurden mehrere Militante von den Marinesoldaten getötet und andere gefangen genommen. Wie die russische Zeitung Segodnya berichtet, hatte ISIS einen Angriff auf eine durch das russische Militär betriebene Luftwaffenbasis gestartet.

Interessanterweise berichtet die Zeitung auch, dass die ISIS-Kämpfer “im Besitz eines detaillierten Plans der Luftwaffenbasis und klarer Satellitenbilder mit markierten militärischen Schlüssel-Installationen“ waren, obwohl Russland die Basis erst seit ein paar Wochen betreibt.

Damit stellt sich die Frage: Wer hat die ISIS mit dieser Art Informationen versorgt?

Die Aktivitäten der Russen auf der Luftwaffenbasis intensivierten sich am Freitag mit der Ankunft fortschrittlicher russischer Kampfflugzeuge, inklusive vier SU-30SM, die im weitesten Sinne mit den F/A-18F Hornets der USA vergleichbar sind.

“Es wird als eins der fortschrittlichsten Flugzeuge im russischen Arsenal angesehen, mit moderner Bordelektronik und einem breiten Spektrum an verwendbaren Waffensystemen.“, so berichtet Jalopnik.com. “Sechzig der Kampfflugzeuge sollen bis nächstes Jahr an die russischen Streitkräfte ausgeliefert werden.“

Russland hat auch Panzer, Artillerie und Angriffs-Helikopter nach Syrien verbracht und Gespräche auf höchster Ebene mit dem US-Militär eröffnet, um sicherzustellen, dass es zu keinen Missverständnissen kommt, die zu einem offenen Konflikt führen. Moskau und Washington betrieben ein vergleichbares “Rotes Telefon“ während des Kalten Kriegs, was ein erstaunliches Sinnbild der Spannungen zwischen den beiden Ländern darstellt, insbesondere angesichts des Säbelrasselns neokonservativer Thinktanks gegen Russland.

Wie das Magazin Foreign Policy berichtet, überprüft das Verteidigungsministerium derzeit “seine Notfallpläne für einen bewaffneten Konflikt mit Russland“ und bringt sie auf den neusten Stand.

“Nach 1991 fielen die militärischen Pläne zum Umgang mit russischen Aggressionen beim Pentagon vom Radar. Sie lagen im Regal und setzten Staub an, während Russland zunehmend in den Westen integriert wurde und als potenzieller Partner in einer ganzen Reihe Angelegenheiten angesehen wurde.“, so Julia Ioffe von Foreign Policy.

“Diversen derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern im Außen- und Verteidigungsministerium nach werden diese Pläne jetzt vom Pentagon abgestaubt und neu beurteilt. Sie werden nach der Annexion der Krim einer neuen geopolitischen Realität angepasst, in der Russland nicht länger als Partner, sondern als potenzielle Bedrohung gesehen wird.“