Die europäischen Regierungen brauchen Erdogan, weil er ihnen die Flüchtlinge vom Hals hält, dafür überweisen sie ihm Millionen Euro.Ob das das Geld bei den Flüchtlingen ankommt, mag bezweifelt werden.

inschallahErdogan hat gewonnen

Ausgang des Referendum wie erwartet

Von Günter Ackermann

„Nur die Allerdümmsten Kälber – wählen ihren Schlächter selber“ sagt der Volksmund und man fragt sich, was die in Deutschland lebenden Türken – immerhin einige Millionen, in  verschiedenen Generationen, dazu bringt, einen so korrupten und herrschsüchtigen Politiker in den Himmel zu heben.

Natürlich ist es ein kultureller Unterschied, der die türkischen Menschen von uns geborenen Deutschen unterscheidet. Als die Industrie noch sog. Gastarbeiter anwarb, so suchte sie sich in den letzten Winkeln Anatoliens ihre Kandidaten. Man suchte bewusst Menschen mit „rückständiger“ Gesinnung, denn man wollte sie nicht nur als billige Arbeitskräfte, sondern auch als Lohndrücker und Streikbrecher einsetzen. Ob  das gelungen ist, sei dahin gestellt. Ich habe Streiks erlebt, da waren es oft die türkischen Kollegen, die dem Streik das Rückrat gaben.

Jedenfalls kamen Menschen, die besonders für konservative religiöse Ideen ansprechbar waren. Schon in den 70er Jahren gab es das Problem in den Schulen, türkische Mädchen überhaupt in die Schule und wenn, zum Sport- und besonders Schwimmunterricht zu bringen. In manchen Schulen kapitulierten die Lehrer und befreiten türkische Mädchen vom Sportunterreicht.

Auch die Verschleierung der Frauen, oder die Burka, bis hin zur Ganzkörperverschleierung kamen auf, als die ersten türkischen Arbeiter ihre Frauen nach Deutschland holten. Türken, aus den Großstädten und aus  gebildeten Schichten, waren nicht Ziel der Werber der deutschen Industrie. Jedenfalls nicht in den letzten Jahren vor Anwerbeverbot durch die Regierung Schmidt.

Und genau in die Kerbe schlägt Erdogan. Er redet den in Deutschland lebenden Türken ein, er vertrete ihre Interessen, er schaffte eine starke Türkei und er redet ihnen ein, ihnen die Traditionen des Islam zu sichern.

Hinzu kommt, dass die Türken in den Industriestädten in Gettos leben mit kaum oder wenig Kontakt zu Nichttürken haben. Sie haben eigene Geschäfte und seit es Sateliten-TV, gibt können sie auch türkisches Fernsehen sehen. Einerseits Ausgrenzung durch die deutsche Gesellschaft aber andererseits – als Reaktion – Abgrenzung der Türken von den Deutschen.

Ein Beispiel: Mein Sohn hatte als Kind einen türkischen Jungen als besten Freund, Die Beziehung zerbrach, weil der junge Türke, immer  wenn er einen anderen Türken begegnete, meinen Sohn verleugnete: „Warte hier, die dürfen nicht sehen, dass ich mit einem Deutschen befreundet bin.“

Erdogan versteht es meisterhaften, auch für die in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Türken, das Gefühl zu geben, er sei Ihr Mann.

Und in der Türkei spielt sich seine AKP als Partei der guten alten Traditionen und der sozialen Wohltaten aus. Für die anderen Parteien sind soziale Fragen unwichtig. Die AKP aber tut so,  als sei es für sie von Wichtigkeit. Sie verteilt auch billige soziale Wohltaten. Dass sie auch noch korrupt ist und Erdogans Familie z.B. dick im illegalen Ölhandel aus dem Irak beteiligt ist, steht auf einem anderen Blatt.

Das Öl, billig eingekauft von irakischen Quellen, die vom IS kontrolliert werden, verleihen den Terroristen satte Finanzpolster. Von dem Geld kaufen sie Waffen und finanzieren sich auch sonst. Erdogan und seine Familie unterstützen also die islamistischen Terroristen. Dass der IS so hartnäckig Widerstand dem syrischen Regierungstruppen entgegen setzen kann, verdankt den IS auch der Familie Erdogan.

Die europäischen Regierungen wissen das. Zwar kritisieren sie den Regierungstil Erdoganhs – aber das nur verhalten. Sie brauchen ihn, weil er ihnen die Flüchtlinge vom Hals hält, dafür überweisen sie ihm Millionen Euro. Ob das Geld bei den Flüchtlingen ankommt, mag bezweifelt werden.

Unsere Groko-Regiereung ließ es in der jüngsten Vergangenheit zu, dass Erdogan Deutschland und Holland mit dem Nazireich verglichen. Zwar kam verhaltener Protest, aber der Geldfluss floss weiter und auch die militärische Zusammenarbeit wurde nicht eingestellt.

Erdogan will zukünftig noch mehr von den Pfründen in die eigene Tasche fließen lassen – und das ungestört. Deshalb soll das Parlament nur noch zum Abnicken gebraucht werden und er selbst, will alle Fäden in der Hand behalten. Deshalb das Referendum. Inzwischen ist klar, dass Erdogan gewonnen hat. Ob mittels Fälschung oder „nur“ durch Einschüchterung und Verfolgung der Opposition, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich beides.

Das knappe Ergebnis lässt darauf schließen. Man musste nur wenige Stimmen fälschen und außerdem, wenn die Abstimmung mit 80% für Erdogan ausgegangen wäre, hätte das niemand geglaubt.