Der Trotzkismus muss in erster Linie anhand seiner Praxis widerlegt werden. Es muss gezeigt werden, dass Trotzkismus zur Niederlage führt, dass er ein stumpfes Schwert ist, mit dem man keinen erfolgreichen Kampf gegen die Bourgeoisie führen kann. Trotzki ist Niederlage, Stalin ist Sieg.

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Wider den Block der Rechten und Trotzkisten II

Ich las gerade den Artikel von Sokolski

Trotzkismus-Artikel von L. Sokolski (27. Januar 2017)

und

Gegendarstellung

Lieber Günter Ackermann,olski auf Deiner Seite.

Ich wollte dazu ein paar Bemerkungen machen, wenn Du gestattest.

Ein solcher Artikel ist natürlich sehr zu begrüßen, weil heute ‚linke‘ Organisationen in aller Regel opportunistisch sind, antistalinistisch und oft auch offen pro-trotzkistisch.

Deine Seite ist die einzige Seite, die ich kenne, die einen Kampf gegen den Trotzkismus führt. Das führt dazu, dass das theoretische Niveau linker Organisationen heute neue Tiefpunkte erreicht hat. Tiefer kann man gar nicht mehr in diesen Sumpf geraten. Kaum jemand, auch ‚Arbeit-Zukunft‘ nicht, hält dem etwas entgegen. Das führt dazu, dass die Wachsamkeit gegenüber dieser Strömung immer mehr eingeschläfert wird und dass der Leninismus immer mehr an Boden verliert. Kaum jemand weiß noch, was das ist. Du hattest völlig Recht, als Du sagtest, dass da, wo die Leninisten nicht mehr sind, sich automatisch die Trotzkisten breit machen.

Zum Sokolski-Artikel:

Der Artikel hat Stärken und Schwächen. Ich will mir Bemerkungen zu den Stärken, die ganz enorm sind, ersparen, weil ich nicht das wiederholen möchte, was in ihm steht.

Zu den Schwächen.

Der Artikel hat folgende Schwächen:

In dem Artikel wird nicht deutlich, dass der Trotzkismus eine Entwicklung durchgemacht hat, dass er sich im Laufe der Zeit geändert hat. Er war zuerst eine Strömung in der Arbeiterbewegung Russlands, später ist diese Strömung völlig entartet und hat sich direkt und ungeniert mit dem Imperialismus verbündet, auch mit dem deutschen Faschismus.  Ab 1931/1932 gingen die Trotzkisten, unter Anleitung von Trotzki aus dem Ausland und unter Mithilfe seines Sohnes L. Sedow, dazu  über, die damalige sowjetische Führung unter Stalin, Molotow, Kirow, Kaganowitsch usw. gewaltsam durch Anschläge auszuschalten. Sie gingen zum Terrorismus über. Der Mord an Sergej Kirow, ein Vertrauter Stalins, wurde auch mit Einwilligung Trotzkis, und unter tatkräftiger Mitwirkung von Sinowjew und Kamenjew, die ab 1925 oder 1926 mit den Trotzkisten verbündet waren, in Leningrad durchgeführt. Es sollte der Auftakt zur Ermordung der gesamten sowjetischen Führung, vor allem aber Stalins sein. Die schnelle und entschlossene Reaktion Stalins hat das verhindert.

Die Trotzkisten gingen aber nicht nur Anfang der dreißiger Jahre zum Terrorismus über, sondern arbeiteten auch mit westlichen und deutschen Geheimdiensten zusammen. Trotzki hatte in Oslo, wo er damals im Exil lebte, Kontakt zu Gestapo-Agenten, die sich  in seiner Villa, die er dort bewohnte, die Klinke in die Hand drückten, wie später ein norwegischer Politiker in Finnland erklärte. Trotzki war bereit, ganze Gebiete der Sowjetunion an Japan und Deutschland abzutreten, wenn die Trotzkisten im Verlaufe eines von Deutschland geführten Krieges an die Macht kommen würden, das heißt, dass die Trotzkisten damals Landes- und Hochverräter wurden. Sie waren die fünfte Kolonne des deutschen Faschismus in der Sowjetunion. Trotzkismus ist also nicht nur Verrat am Sozialismus und Paktieren mit dem Imperialismus, sondern auch Verrat an Russland gewesen.

Diese längst erwiesenen Dinge spricht Sokolski leider nicht an. Er bezieht sich in keiner Zeile auf die drei großen Prozesse in Moskau, die dieses Treiben der Trotzkisten vor aller Welt entlarvten, weil er sich nicht traut, sich auf diese Prozesse zu beziehen. In diesem Zusammenhang möchte ich das neue Buch von Grover Furr erwähnen, das ich gerade lese: ‚Trotsky‘ s Amalgams‘ (Es ist leider noch nicht ins Deutsche übersetzt worden). Er weist nach, dass Trotzki seit 1932 die trotzkistische Opposition in der Sowjetunion anleitete und bestätigt anhand vieler Dokumente dass das, was die Prozesse damals zutage förderten, der Wahrheit entsprach. Er arbeitet zum Beispiel mit den inzwischen freigegebenen Dokumenten aus dem Trotzki-Archiv der Harvard-Universität.

Sokolski arbeitet auch nicht klar heraus, was das Wesen der Theorie von der permanenten Revolution ist. Das Wesen dieser Theorie besteht nicht in der Permanenz der Revolution, also darin, dass die demokratische Revolution weiter gehen muss, hin zur sozialistischen Revolution voranschreiten muss, wofür Lenin ja auch eintrat, und was völlig unbestritten ist, sondern darin, dass diese Theorie ein Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern für unwichtig bzw. für unerreichbar hält. Dass dieses Bündnis eine absolute Notwendigkeit damals war und noch ist, um die Arbeiterklasse an der Macht zu halten, sieht der Trotzkismus nicht. Die Folge: Er orientierte sich daran, dass es für das Überleben der sozialistischen Revolution notwendig gewesen sei, dass es im Westen zu Revolutionen kam, die dann die Revolution in Russland ‚retten‘ sollten. Damit fest verbunden ist schon der Unglaube an die Möglichkeit eines sozialistischen Aufbaus in einem ‚rückständigen‘ Land wie Russland damals, was von Trotzki schon 1915 Lenin gegenüber als Zeichen ‚nationaler Beschränktheit‘ gebrandmarkt wurde. In diesem Jahr entwickelte Lenin die Theorie von der Notwendigkeit des sozialistischen Aufbaus in einem Lande.

Die Ungarische Revolution von 1919 folgte unter Bela Kun dem trotzkistischen Modell und scheiterte gerade in dieser Frage: Die Arbeiterklasse blieb isoliert, die führende Partei zerstritt sich und musste schon nach einigen Monaten die Segel streichen. Das ist der Beweis gewesen, dass die Anwendung des Trotzkismus in der Praxis zwangsläufig zur Konterrevolution und zum  Bankrott der sozialistischen Revolution führen muss, wenn sich die führenden Revolutionäre dem Trotzkismus verschreiben.

Ein weiterer Punkt, der klarer herausgearbeitet werden muss, ist der Fraktionismus der Trotzkisten. Leninismus bedeutet die Schaffung einer einheitlichen, geschlossenen Partei, die eine eiserne Disziplin braucht, die keine Fraktionen oder parallele Zentren gebrauchen kann, weil sie, wenn sie dies in der Praxis zulässt, beim Aufbau des Sozialismus zwangsläufig scheitern muss. Bis 1927 hielten die Trotzkisten, aber auch andere Teile der Opposition die KPdSU, B ständig in Atem,  zwangen ihr immer wieder neue Diskussionen auf, solange, bis die Trotzkisten in der Partei völlig isoliert waren. Nach einer Parteibefragung von 1927 zu dem Thema der Opposition sprachen sich gerade einmal 0,6% für die Opposition in der Partei aus. Danach, nach dem Ausschluss und der Verbannung Trotzkis konnte man endlich durchatmen und daran gehen, die Industrialisierung und die Kollektivierung durchführen (15. Parteitag vom Dezember 1927). Wäre Trotzki nicht ausgeschlossen worden, wäre der Streit weitergegangen, hätte die Partei diese beiden wichtigen Aufgaben nicht meistern können.

Schlussfolgerung:

Der Trotzkismus muss in erster Linie anhand seiner Praxis widerlegt werden. Es muss gezeigt werden, dass Trotzkismus zur Niederlage führt, dass er ein stumpfes Schwert ist, mit dem man keinen erfolgreichen Kampf gegen die Bourgeoisie führen kann. Trotzkismus ist Niederlage, Stalinismus ist Sieg.

Wie wenig dies bestimmte Anführer der Linken, die sich auf Stalin beziehen, begriffen haben, darunter Diethard Möller von ‚Arbeit-Zukunft‘ zeigt Folgendes:

Ich glaube es war 2001, als man mich einlud, mit nach Dänemark zu einer Gewerkschaftskonferenz der ‚KPD‘ mitzufahren. Ich stieg in Dortmund in einen Kleinbus ein und fuhr mit ein paar Mitgliedern dieser Gruppe nach Dänemark. Schon bald merkte ich, dass neben mir zwei Trotzkisten saßen, die man auch eingeladen hatte, ein Pärchen von der SAV, mit dem ich mich die ganze Zeit während der Fahrt unterhalten musste. Also Möller, der die Konferenz organisiert hatte, hatte auch Trotzkisten von der SAV eingeladen, obwohl erst ein paar Jahre vorher die KPD/ML nach Ernst Austs Tod durch die Vereinigung mit den Trotzkisten, mit der GIM, völlig den Bach herunterging und schon bald gespalten und ihre Bestandteile zerlegt worden war. Also dieser ‚Revolutionär‘ hatte nichts, aber auch gar nichts begriffen, und so einer wird auch nichts mehr begreifen, auch deshalb, weil er ein halber Trotzkist ist.

Einen Neuanfang kann es nur geben, wenn wir heute einen entschiedenen Kampf gegen die trotzkistisch verseuchte Pseudolinke führen. In der Linkspartei und in der DKP tummeln sich die Trotzkisten, die in diese ‚linken‘ menschewistischen Parteien eingetreten sind (Strategie des Entrismus), um sie ideologisch in ihrem Sinne zu unterwandern und um sie zu einer stinke-kleinbürgerlichen System-Partei zu machen, was dazu geführt hat, dass diese ‚Linken‘ voll und ganz im kapitalistischen System angekommen sind und sich völlig von dem Kern der Arbeiterklasse isoliert haben.

Ich hoffe, dass es nicht zu lang geworden ist.

Ich hoffe, es geht Dir gut und Du fühlst Dich wohl!

Mit kommunistischen Grüßen

G. Schnehen

Gegendarstellung

In einem Leserbrief auf kommunisten-online.de schreibt Gerd von Schnehen unter anderem:

„Wie wenig dies bestimmte Anführer der Linken, die sich auf Stalin beziehen, begriffen haben, darunter Diethard Möller von ‚Arbeit-Zukunft‘ zeigt Folgendes:

Ich glaube es war 2001, als man mich einlud, mit nach Dänemark zu einer Gewerkschaftskonferenz der ‚KPD‘ mitzufahren. Ich stieg in Dortmund in einen Kleinbus ein und fuhr mit ein paar Mitgliedern dieser Gruppe nach Dänemark. Schon bald merkte ich, dass neben mir zwei Trotzkisten saßen, die man auch eingeladen hatte, ein Pärchen von der SAV, mit dem ich mich die ganze Zeit während der Fahrt unterhalten musste. Also Möller, der die Konferenz organisiert hatte, hatte auch Trotzkisten von der SAV eingeladen, obwohl erst ein paar Jahre vorher die KPD/ML nach Ernst Austs Tod durch die Vereinigung mit den Trotzkisten, mit der GIM, völlig den Bach herunterging und schon bald gespalten und ihre Bestandteile zerlegt worden war. Also dieser ‚Revolutionär‘ hatte nichts, aber auch gar nichts begriffen, und so einer wird auch nichts mehr begreifen, auch deshalb, weil er ein halber Trotzkist ist.“

 

Diese Aussagen sind falsch. D. Möller hat diese Konferenz, die 2000 in Odense in Dänemark stattfand, nicht organisiert. Organisator war ein gewerkschaftliches Komitee aus Dänemark und in den jeweiligen Ländern Komitees aus klassenkämpferischen Gewerkschaftern. Es war keine Gewerkschaftskonferenz der KPD (Roter Morgen), die allerdings diese unterstützte. D. Möller war zu diesem Zeitpunkt als Vorsitzender der KPD (Roter Morgen) zurückgetreten, da er mit der offen anti-marxistischen Linie der ZK-Mehrheit nicht einverstanden war und dagegen kämpfte. Vor allem kritisierte er, dass die damalige ZK-Mehrheit die Arbeiterklasse als reaktionär “analysierte”, eine Ausrichtung der Partei auf die Arbeiterklasse ablehnte und in der gewerkschaftlichen Arbeit zunehmend die Nähe zu Trotzkisten suchte, ja sogar im Roten Morgen Initiativen der Trotzkisten als “Vorbild” für die Arbeiterbewegung lobte. D.Möller ist zur Konferenz in Dänemark gefahren, um dort die korrekte kommunistische Linie zur Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft zu vertreten. Kurze Zeit später wurde er wegen seiner Kritik an der anti-marxistischen Linie und wegen seiner Gegnerschaft gegen die Annäherung an die Trotzkisten aus der KPD ausgeschlossen. Es kam zur Spaltung und seitens der marxistisch-leninistischen Kräfte zur Gründung der “Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei” mit der Zeitung “Arbeit Zukunft”. Die Anti-Marxisten des ZK der KPD (Roter Morgen) spalteten sich danach mehrfach und liquidierten die Organisation.

Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands – Arbeit Zukunft