Aber dennoch ist es Tatsache, dass der Kurs der Chrustschow-Gruppe von 1953 an bis zum Sturz Chrustschows im Oktober 1964 der Kurs der KPdSU blieb, und selbst danach wurde seine Absetzung nicht damit begründet, dass er eine falsche, dem Marxismus-Leninismus zutiefst zuwiderlaufende Politik betrieben hatte, – was der Wahrheit entsprochen hätte und notwendig gewesen wäre, wenn man auf den Leninschen Kurs hätte zurückkehren wollen.

DIE ENTFALTUNG DES REVISIONISMUS IN DER KOMMUNISTISCHEN WELTBEWEGUNG UND IN DER DDR

von Kurt Gossweiler

Chruschtschow-mit-erhobener-faust-20-parteitag1956 (1)Die Entfaltung des Revisionismus in der kommunistischen Weltbewegung und in der DDR

– Teil II

Ich möchte einige Vorbemerkungen machen: als erstes möchte ich mich dem Dank anschließen, der gestern für die Veranstaltung gesagt wurde. Soweit ich das übersehe, ist das die einzige Veranstaltung zum Geburtstag der DDR, die wirklich rückhaltlos zur DDR – einschließlich aller ihrer Organe, das MfS eingeschlossen – steht, damit also eine Veranstaltung, die ihresgleichen sucht. (Beifall) Zu dem Dank gehört auch die Aufmachung dieses Raumes – es ist also eine besondere Freude, mal wieder unter einer DDR-Fahne zu sprechen. (Heiterkeit, Beifall) Und dann möchte ich mich auch bei meinem Vorredner, bei Michael Opperskalski, bedanken, vor allem, weil er die Vorbemerkung machte, dass das Thema so umfassend ist, dass er es eigentlich gar nicht vollständig behandeln kann – das trifft für meins auch zu! Wir wollen hier vor allem über die DDR sprechen, aber die Ursachen des Untergangs der DDR werden ja von vielen Leuten sehr gerne in der DDR selbst gesucht. Meiner Überzeugung nach kann man die Ursachen des Unterganges der DDR nicht verstehen, wenn man nicht sehr genau die Verhältnisse in der Sowjetunion und im sozialistischen Lager studiert. Deshalb wird das hier zunächst mein Schwerpunkt sein. Weiterlesen

Jede Art von Bildung beruht auf einer bestimmten Weltanschauung: auf materialistischem oder idealistischem Verständnis der Natur und der Gesellschaft, je nachdem welche Gesellschaft die herrschende ist.

bolschewik
ÜBER DAS BILDUNGSYSTEM

Von Rafik Kulijew

Übersetzung: Florian Geißler

Quelle: Bolschewik.org vom 26.05.2016

„Gehen wir von der physischen auf die geistige Lage der Arbeiter über.
Wenn die Bourgeoisie ihnen vom Leben so viel läßt, als eben nötig ist,
so dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie ihnen auch nur so viel Bildung gibt,
als im Interesse der Bourgeoisie liegt.“
F.Engels [1]

Oft wird die Frage gestellt, welche Art von Bildung wohl besser ist, die sowjetische oder die moderne russische, d.h. die bürgerliche Bildung? Und die Antwort ist, je nachdem, wer auf diese Frage antwortet – die Verteidiger der sowjetischen oder der bürgerlichen Bildung –,  natürlich sehr unterschiedlich. Wir  wollen uns hier nicht die Aufgabe stellen, alle Argumente zu besprechen, die von den Verteidigern der sowjetischen Bildung bzw. der bürgerlichen Bildung vorgebracht werden, jedoch sei festgestellt, daß sogar die Verteidiger der bürgerlichen Bildung nicht leugnen können, daß die sowjetische Bildung in jeder Beziehung der bürgerlichen Bildung überlegen war: in methodischer Hinsicht, was das Wissen anbelangt, das durch die Ausbildung vermittelt wurde, und was die geistige Entwicklung der Ausgebildeten betrifft. Weiterlesen

Indem wir an die Arbeit gehen, sind wir uns bewußt, daß unser Weg voller Dornen ist.

prawda2J.W. Stalin:

UNSERE ZIELE.

Quelle: Große Sowjetenzyklopädie, Verlag Kultur und Fortschritt Berlin, 1952, S.636f

Vor über 100 Jahren, im April 1912, erschien die erste Ausgabe der „Prawda“. Darin äußert sich Stalin über die Ziele der kommunistischen Bewegung. Oft wird von der herrschenden Klasse in herablassendem Ton von den kommunistischen „Idealen“ gesprochen, womit eigentlich gesagt werden soll, dies seien doch alles nur Luftschlösser, die Wirklichkeit sei anders. Die Mehrheit der Menschen wolle gar keine Veränderungen. Und überhaupt: Man könne sich der Entwicklung (des Kapitalismus) doch nicht verschließen. Immerhin seien doch im letzten Jahrhundert gewaltige Fortschritte erzielt worden. Ja, richtig. Doch zugleich wurden in den letzten hundert Jahren die grausamsten Kriege der Weltgeschichte angezettelt. Die Umwelt wurde in einem bisher ungekanntem Ausmaß verseucht. Und ein Ende der Verbrechen ist nicht abzusehen. Das Ergebis: die Reichen, die Besitzer der Produktionsmittel, konnten unermeßliche Reichtümer anhäufen, während Milliarden Menschen auf der Welt in unsägliche Armut gestürzt wurden. Möglicherweise wird das Erwachen und der Aufstand der Entrechteten kein friedlicher, sondern ein sehr blutiger Neuanfang sein. Doch der Sozialismus, eine von Ausbeutung freie Gesellschaft, ist der einzige Weg, der die Menschheit aus diesem kapitalistischen Desaster herausführt. Bereits im Jahre 1912 wies Stalin den Weg. Weiterlesen

Der unter dem Zarismus in Kosakentruppenteilen bis zum Oberstleutnant aufgestiegene Dumenko hielt nicht viel von den militärischen Fähigkeiten des Volkskommissars für Armee und Flotte, wofür er mit dem Leben bezahlte. Das gleiche Schicksal traf den talentierten russischen Poeten Alexej Ganin, der 1924 ein Poem publizierte, das gegen die Methoden der Unterdrückung des Volkes durch Trotzki gerichtet war.

„DIE STRAFENDE HAND DER REVOLUTION“
VOR DEM GERICHT DER ZEIT

BRITAIN-RUSSIA-TROTSKY(Über die Quellen der Metamorphose der „Geschichtsphilosophie” von L. D. Trotzki)

Von Prof. Dr. W. I. Kluschin

Redakteur: N. A. Andrejewa
Rezensenten: Prof. Dr. phil. habil. W. J. Jelmejew und Prof. Dr. phil. habil. A. A. Galaktionow

© N. A. Andrejewa

Abdruck, Übersetzung mit dem Einverständnis des Redakteurs der Ausgabe
(Erschienen als Heft 21 in der „Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für
Geschichte, Politik, Ökonomie und Philosophie“ der KPD(B)).

Vorwort des Redakteurs

 Im gesamten Verlauf der Entstehung und Entwicklung des Sowjetstaates war die Idee des Aufbaus der kommunistischen Gesellschaft und des Kampfes gegen den Kapitalismus, gegen seine Überbleibsel und seinen Einfluß auf das gesellschaftliche Bewußtsein der Massen Dreh- und Angelpunkt des philosophischen, soziologischen, ethischen, ästhetischen, juristischen, literarischen und anderer gesellschaftlicher Denkformen. Das machte den Inhalt der Hauptrichtung der Entwicklung des sowjetischen gesellschaftlichen Denken aus, womit der Kampf für den historischen Materialismus in den Gesellschaftswissenschaften des Sowjetstaates äußerst eng verbunden war. Weiterlesen

Wir wissen jetzt, daß dies Reich der Vernunft weiter nichts war als das idealisierte Reich der Bourgeoisie; daß die ewige Gerechtigkeit ihre Verwirklichung fand in der Bourgeoisjustiz; daß die Gleichheit hinauslief auf die bürgerliche Gleichheit vor dem Gesetz; daß als eines der wesentlichsten Menschenrechte proklamiert wurde – das bürgerliche Eigentum; und daß der Vernunftstaat, der Rousseausche Gesellschaftsvertrag ins Leben trat und nur ins Leben treten konnte als bürgerliche, demokratische Republik.

Friedrich Engels

Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft

Friedrich-Engels

Friedrich Engels: „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“, in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 19, 4. Auflage 1973, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 189-201.

I

Der moderne Sozialismus ist seinem Inhalte nach zunächst das Erzeugnis der Anschauung, einerseits der in der heutigen Gesellschaft herrschenden Klassengegensätze von Besitzenden und Besitzlosen, Kapitalisten und Lohnarbeitern, andrerseits der in der Produktion herrschenden Anarchie. Aber seiner theoretischen Form nach erscheint er anfänglich als eine weitergetriebne, angeblich konsequentere Fortführung der von den großen französischen Aufklärern des 18. Jahrhunderts aufgestellten Grundsätze. Wie jede neue Theorie, mußte er zunächst anknüpfen an das vorgefundne Gedankenmaterial, sosehr auch seine Wurzel in den materiellen ökonomischen Tatsachen lag. Weiterlesen