Stalin: Man muss aber auch sagen, dass der Aufstieg der Klasse der Gutsbesitzer, die Unterstützung der aufkommenden Klasse der Kaufleute und die Festigung des Nationalstaats dieser Klassen auf Kosten der leibeigenen Bauernschaft erfolgte, die auf das Ärgste ausgebeutet wurde.

Emil_LudwigDeutsche Schriftsteller bei Stalin im Kreml

Der Schriftsteller Emil Ludwig interviewt Stalin, 13. Dezember 1931

Ludwig: Ich bin Ihnen überaus dankbar, dass Sie es für möglich gehalten haben, mich zu empfangen. Seit mehr als zwanzig Jahren studiere ich das Leben und Wirken hervorragender historischer Persönlichkeiten. Ich glaube, dass ich Menschen gut beurteilen kann, dagegen verstehe ich nichts von sozial-ökonomischen Verhältnissen.

Stalin: Sie sind zu bescheiden.

Ludwig: Nein, es ist wirklich so. Und eben deshalb werde ich Fragen stellen, die Ihnen vielleicht sonderbar erscheinen werden. Heute habe ich hier im Kreml einige Reliquien Peter des Großen gesehen, und die erste Frage, die ich Ihnen stellen möchte, ist folgende: Lassen Sie eine Parallele zwischen Ihnen und Peter den Großen gelten? Halten Sie sich für einen Fortführer des Werks Peter des Großen? Weiterlesen

Dieser Autor, mit Spitznamen nennt er sich Mucki, beichtet eigentlich die Unzulänglichkeit seines Daseins, indem er lediglich Spaß haben will und ums Überleben kämpft.

mucki_rezi„Muckis Beichte. Prügel-Nonnen u.a. Liebesgaben – ein Lebenskünstler erzählt“  – Arnold  Kamenz

AUSBRUCHSVERSUCHE

Buchtipp von Harry Popow

Alte Weisheit: Es gibt nichts, was unpolitisch wäre. Alles und jedes menschliche Tun hänge von den jeweiligen Umständen ab. Seitdem ich das Büchlein „Muckis Beichte“ von Arnold Kamenz gelesen habe, kamen mir im ersten Moment Zweifel. Kann man ein Buch, in dem sich dir kleine und große Schweinereien ins Gedächtnis schmuggeln, als politisch bezeichnen? Wo es nur so wimmelt von Prügel gegenüber Kindern, von Sex und Kindesmissbrauch, von Saufereien und Knast, von Entziehungskuren und von Lieblosigkeit gegenüber Kindern sowie von Hurerei und Exzessen, kann man dieses als politische Äußerungen betrachten? Zumal der Text eigentlich nur Zustände beschreibt, also eine naturalistischen Sicht präsentiert?  Weiterlesen

KZ-Dachau: Während die Gefangenen des Lagers um neun Uhr abends in ihren Baracken sein müssen und Ruhe herrschen muß, tobten sich die Mörder in ihrem Zimmer wie wild aus.

moerderlagerMörderlager Dachau

Vier Wochen in den Händen der braunen Banditen

Erlebnisbericht von Hans Beimler: Im Mörderlager Dachau/
Berlin (DDR) 2. Auflage 1980

„Den Beimler ham ma … in Dachau sehen wir uns wieder“!

Nachdem es den Faschisten in Bayern ohne Widerstand der Held-Stützel-Schäf[f]er-Regierung – und leider auch ohne nennenswerten Widerstand seitens der Arbeiterschaft – gelungen war, am 9. März 1933 die ganze Macht an sich zu reißen, setzte selbstverständlich mit gesteigerten Kräften eine unerhörte Verfolgungskampagne gegen die Kommunistische Partei ein. Bereits am 10. März gab der derzeitige Innenminister Wagner – seines Zeichens verkappter Bergwerksdirektor – an alle Polizei- und Gendarmeriestationen durch Funkspruch die Anweisung, daß „sofort alle kommunistischen und Reichsbanner­funktionäre, soweit sie zu erreichen sind, in Haft genommen werden müssen“. Soweit die bayrischen Städte München, Nürnberg, Augsburg usw. in Frage kamen, war der Erfolg der einsetzenden Verhaftungsaktionen nicht allzu groß, denn „die meisten Vögel waren ausgeflogen“. Soweit Kommunisten in Frage kamen, waren sie ja schon seit dem 30. Januar, dem Tag der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, fast vollkommen illegal. Soweit es anging, die noch vorhandenen Möglichkeiten einer „legalen“ Vorbereitung der Reichstagswahl zum 5. März auszunützen, wurden diese aufs engste mit der illegalen Arbeit verbunden. Das Parteibüro durfte weder wichtiges Material enthalten noch durften die Sekretäre und Bezirksleitungsmitglieder darin arbeiten. Wie notwendig diese Maßnahmen waren, zeigte sich durch Dutzende Haussuchungen der Stützel-Polizei und die Schließung der Büros aller revolutionären Organisationen und der „Neuen Zeitung“ am 25. Februar. Ein Sekretär, der die Weisungen nicht beachtet hatte, wurde in Haft genommen und sitzt seitdem im Gefängnis bzw. Konzentrationslager Dachau. Weiterlesen

Den Ursprung allen Unrechts – wie kann es anders sein – sieht der Autor im Privateigentum an Produktionsmitteln.

windfluechterNRhZ_Windflüchter

Werner Rügemer:

Bis diese Freiheit die Welt erleuchtet

Windflüchter

Buchtipp von Harry Popow

Windflüchter – das sind Bäume und Sträucher an der Meeresküste, die unter konstanten Westwinden stark gekrümmt wurden. Ein anderer Wind weht in der menschlichen Gesellschaft. Er ist eisig und menschenfeindlich, fegt mit aggressiver Gewalt über den ganzen Globus, zwingt mit finanzgewaltigen Helfern und den Medien die Menschen, sich krumm zu machen, sich abzuducken, sich willenlos anzupassen. Ja, dieser Kapitalwind macht die Konsumenten im Namen des Neoliberalismus glauben, das sei alles vernünftig und normal und wer nicht mithalten kann, sei selber Schuld. Und wer das ändern will, der unbequeme Fragen stellt, der sei ein Störenfried im System. Oder ein Krimineller. Oder gar ein Terrorist?    Weiterlesen

Sie sprechen viel von politischen Freiheiten und staatsbürgerlichen Rechten, die in den Westzonen Deutschlands dem Volke gewährt sind – und scheinen dabei zu vergessen, was Sie vorher über den Gebrauch gesagt haben, der meistens von diesen Gaben gemacht wird. Es ist ein unverschämter Gebrauch.

15.5.1955 Schiller-Ehrung vom 8.-15. Mai 1955 in Weimar 14. Mai 1955 Beim Festakt im Deutschen Nationaltheater in Weimar hielt Thomas Mann die Festansprache. Der Dichter wurde Ehrenmitglied der Akademie der Künste. Minister Dr. h.c. Johannes R. Becher überreichte Thomas Mann die Ehrenurkunde. UBz.: Thomas Mann nach dem Festakt beim Verlassen des Deutschen Nationaltheaters in Weimar. (rechts) Minister Dr. h.c. Johannes R. Becher

15.5.1955
Schiller-Ehrung vom 8.-15. Mai 1955 in Weimar
14. Mai 1955
Beim Festakt im Deutschen Nationaltheater in Weimar hielt Thomas Mann die Festansprache. Der Dichter wurde Ehrenmitglied der Akademie der Künste. Minister Dr. h.c. Johannes R. Becher überreichte Thomas Mann die Ehrenurkunde.
UBz.: Thomas Mann nach dem Festakt beim Verlassen des Deutschen Nationaltheaters in Weimar. (rechts) Minister Dr. h.c. Johannes R. Becher

Kommunistenhetze ist Kriegshetze!

Man kann dem deutschen Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955) nun nicht gerade vorwerfen, ein Kommunist zu sein. Er war einer der bedeutendsten Schriftsteller überhaupt. Unvergänglich sind seine Romane „Die Buddenbrocks – Verfall einer Familie“, „Doktor Faustus“ oder „Joseph und seine Brüder“. 1933 mußte Thomas Mann aus Deutschland emigrieren. Mit Aufsätzen und Rundfunkreden setzte er vom Ausland aus seinen Kampf gegen den Faschismus fort und rief das deutsche Volk zum Widerstand auf. Sein unbeirrbarer „Weg zum Humanismus, der ihm eingeboren, konnte lange Wegstrecken hindurch abgelenkt werden. Je dringender sich aber der Kampf zwischen Barbarei und Menschenwürde dem Gipfel näherte, desto unzweideutiger rie Thomas Manns Stimme, die lebendige und geschriebene seinem Volke und der kämpfenden Menschheit zu, in welchem Lager der Sieg sein werde, weil in ihm die wahre Freiheit, der echte Kampf um Aufstieg, um die Bereicherung der menschlichen Gesellschaft und die gestaltung eines schöpferischen Lebens daheim sei“. Mit diesen Worten kennzeichnete Arnold Zweig in seinem Nachruf zum Tode Thomas Manns den Weg des Dichters zum Kritiker des Bürgertums, der letztlich im Sozialismus die Zukunft der Menschheit sah.

Thomas Mann

ÜBER DEN BESUCH IN WEIMAR Weiterlesen