Es waren Wochen, in denen sich Politiker und Medien weniger mit Aufklärung als mit Rufen nach immer drastischeren Konsequenzen überboten. Einige dieser Forderungen wurden zu Gesetzen: Weniger als zwei Wochen benötigten Justizminister Heiko Maas (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU), um mit Verweis auf die Silvesternacht das Asylrecht zu beschränken.

Eine Nacht ohne Ende

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Ein Jahr nach den Silvesterereignissen rund um den Kölner Hauptbahnhof ­bekommen vor allem Flüchtlinge die Folgen zu spüren

Von Fabian Köhler

Fabian Köhler ist Freier Journalist und lebt in Berlin.

Quelle: jungeWelt vom 31. Dezember 2016

Von Fahrzeugsperren und Böllerverbot ist die Rede. Von zehnmal so vielen Polizeibeamten, die mit Maschinenpistolen und schuss­sicheren Westen auf der Domplatte patrouillieren sollen. »Die Erfahrungen, die die Menschen im letzten Jahr gemacht haben, dürfen nicht noch einmal eintreten«, sagte Jürgen Mathies den anwesenden Reportern. Und dass seine 1.500 Polizisten dank monatelanger Planungen »vorbereitet sind, sämtliche Entwicklungen zu bewältigen«. Auch solche, »die möglichst kein Mensch erleben möchte«. Wer vergangene Woche dem Kölner Polizeipräsidenten dabei zuhörte, wie er über die Vorkehrungen für die Silvesterfeier in seiner Stadt berichtete, der bekam nicht den Eindruck, dass es sich dabei um eine Feier handeln könnte, auf der Kölnerinnen und Kölner freudig das neue Jahr begrüßen wollen. Eher schon konnte man den Eindruck gewinnen, es stünde ein Terroranschlag bevor. Weiterlesen