Georg Ledebour (1914): »Das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterklasse ist zu schade, um für die Zwecke des Imperialismus abgeschlachtet zu werden. Durch die Zustimmung und Unterstützung einer imperialistischen Politik schmieden wir unserem Volke neue Ketten. Wir, d. h. die deutsche Regierung, führen keinen Kampf zur Abwehr des Feindes und zur Befreiung des deutschen Volkes, sondern einen Kampf um die Macht, um die Weltherrschaft des deutschen Kapitalismus.« – stimmte aber trotzdem für die Kriegskredite des Kaisers

weltkrieg-1_bearbeitet-1Erster Weltkrieg

Vaterländische Disziplin

Die Reichstagsfraktion der SPD kam am 29.11.1914 zusammen und bereitete ihre Zustimmung zu weiteren Kriegskrediten vor. Inhalt und Ablauf der Sitzung trug ein Spitzel den Regierungsstellen zu. Dieser Bericht ist bisher unveröffentlicht geblieben

Von Reiner Zilkenat (28.11.2014)

Quelle: jungeWelt vom 30. Nov. 2014

Am 29. November 1914 versammelte sich die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, um ihr Vorgehen bei der Verabschiedung neuer Kriegskredite am 2. Dezember zu beraten. Nachdem am 4. August 1914 alle SPD-Abgeordneten der ersten Gesetzesvorlage zur Gewährung von Kriegskrediten ihre Zustimmung erteilt hatten, waren innerhalb der Partei heftige Auseinandersetzungen ausgebrochen. Es zeigte sich, dass viele Genossinnen und Genossen für dieses Verhalten keinerlei Verständnis aufbringen konnten. Diejenigen Abgeordneten, die entgegen ihrer inneren Überzeugung, aber angesichts des »Fraktionszwanges«, am 4. August zugunsten der Kriegskredite votiert hatten, wollten zunächst kein zweites Mal dem Finanzierungsersuchen der kaiserlichen Regierung ihr Placet erteilen, um den begonnenen Krieg weiterführen zu können. In der Fraktionssitzung am 29. November prallten die gegensätzlichen Auffassungen aufeinander. Dass wir über präzise Kenntnisse zum Verlauf und zu den Inhalten der Diskussionen verfügen, verdanken wir einem anwesenden Informanten der Politischen Polizei. Offenkundig hat einer der Abgeordneten sogleich der Abteilung V des Berliner Polizeipräsidiums, die vor allem für die »Überwachung« der Arbeiterbewegung zuständig war, einen sechsseitigen Bericht übermittelt, der wegen seiner Brisanz am darauffolgenden Tage, dem 30. November, vom Polizeipräsidenten Traugott von Jagow an Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg weitergeleitet wurde. Um wen es sich bei dem Informanten handelte, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es einer derjenigen Abgeordneten gewesen, die für die Unterstützung des Kriegskurses der Reichsregierung eintraten. Weiterlesen

Warum Allen W. Dulles den antifaschistischen Kampf der Kommunisten geringschätzte und welche Bedeutung der 20. Juli 1944 hat. Ein Artikel aus dem Jahre 1947

Gefällige Widerständler

Warum Allen W. Dulles den antifaschistischen Kampf der Kommunisten geringschätzte und welche Bedeutung der 20. Juli 1944 hat. Ein Artikel aus dem Jahre 1947

Von Albert Norden

Quelle: JungeWelt vom 26. Nov. 2014

Deutsche Militärs wollten sich von »Hitler und seiner Bande befreien« um »soviel als möglich vor der sowjetischen Besetzung« bewahren zu können. Generaloberst Ludwig Beck (mitte), hier im Juni 1936 im Berliner Grunewald, wäre gern Staatschef geworden FOTO: Bundesarchiv

Deutsche Militärs wollten sich von »Hitler und seiner Bande befreien« um »soviel als möglich vor der sowjetischen Besetzung« bewahren zu können. Generaloberst Ludwig Beck (mitte), hier im Juni 1936 im Berliner Grunewald, wäre gern Staatschef geworden FOTO: Bundesarchiv

 

Deutsche Militärs wollten sich von »Hitler und seiner Bande befreien« um »soviel als möglich vor der sowjetischen Besetzung« bewahren zu können. Generaloberst Ludwig Beck (mitte), hier im Juni 1936 im Berliner Grunewald, wäre gern Staatschef geworden FOTO: Bundesarchiv

Am 10. Juli dieses Jahres starb Norbert Podewin. Er war der langjährige Freund und Biograph von Albert Norden, ein deutscher Antifaschist, Kommunist, Journalist und Politiker der KPD und der SED. Norden wurde vor beinahe 110 Jahren, am 4. Dezember 1904, in Myslowitz als Sohn des Rabbiners Joseph Norden geboren, der 1943 im KZ Theresienstadt ermordet wurde. Im Zuge der faschistischen Machtübernahme in Deutschland floh er über die Tschechoslowakei nach Frankreich und 1941 in die USA. Im Exil verfasste er antifaschistische Bücher, wie das »Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror«, sowie Artikel in den Exilzeitschriften German American und Freies Deutschland. 1944 war er Gründungsmitglied des »Council for a Democratic Germany«. Von 1949 an war Norden drei Jahre Leiter der Presseabteilung im Informationsamt der DDR, von 1953 bis 1955 Professor für neuere Geschichte an der Ost-Berliner Humboldt-Universität. Von 1958 bis 1981 war Norden Mitglied des Politbüros des ZK der SED. Am 30. Mai 1982 starb er in Berlin. Die Marx-Engels-Stiftung gedenkt am 29. November mit einer Veranstaltung in ihrem Wuppertaler Zentrum seiner und seines Freundes Norbert Podewin (mehr Informationen unter marx-engels-stiftung.de). Der folgende, leicht gekürzte Text aus der Feder Nordens über die Bedeutung des 20. Juli erschien am 1. Juli 1947 in der Weltbühne. (jW)  Weiterlesen

Das Exekutivsekretariat von PAME hat die über 100.000 Demonstranten willkommen geheißen, die als ein Menschenstrom auf den zentralen Straßen Athens bewegten.

pame-demoDie PAME-Grosskundgebung in Athen. Generalstreik am 27. November

Lauter Ruf tausender Demonstranten bei der PAME-Großkundgebung in Athen: „Wir werden nicht mit euren Brotkrümeln leben!“

Quelle: DKP-News

Bei der großartigen Kundgebung haben tausende Menschen aus allen Ecken Griechenlands eine klare Botschaft des Kampfes und der Forderung nach einem Leben, das ihnen gehört, gesendet. Es war eine Botschaft der Entschlossenheit für eine andere Gesellschaft, bei der die Arbeiterklasse den Reichtum, den sie produziert, genießen wird. Weiterlesen

Auf einen solchen Arbeitsplatz bist du angewiesen, aber der Arbeitsplatz nicht auf dich. Ob es den überhaupt gibt, das entscheiden die Firmen im Zuge und im Interesse ihres grenzüberschreitenden Konkurrenzkampfes, für den demokratisch gewählte Politiker sich immer griffigere Richtlinien ausdenken

TTIPTTIP:

Ein Kampfprogramm zur Neuordnung des Weltmarkts 
für Dollar- und Eurokapitalisten

Quelle: Gegenstandpunkt

 „TTIP bringt mehr Wachstum!“ versprechen die verantwortlichen Wirtschaftspolitiker. Wem versprechen sie damit eigentlich was? Dass Löhne und Gehälter wachsen, ist jedenfalls nicht versprochen. Dass die Lebensverhältnisse für normale Menschen leichter, angenehmer, sauberer, gesünder werden, ist auch nicht im Programm. Wachsen soll „die Wirtschaft“, nämlich was die an Erfolgszahlen produziert. Was sie da hinkriegt, ist natürlich nach wie vor und mehr denn je eine Frage der Konkurrenz – zwischen den Firmen, und zwischen den Staaten, die für die Bilanzen der Wirtschaft ihres Landes alle Rücksichten fallen lassen. Was also auf alle Fälle wächst und wachsen soll, das sind Reichweite und Schärfe eben dieser Konkurrenz, für die die Firmen in Europa, in Nordamerika und überhaupt weltweit ihr Personal auf wachsende Leistung trimmen und für die die zuständigen Politiker ihren Völkern einen gut durchorganisierten wachsenden Leistungsdruck bescheren. „Reformen“ ist das niedliche Stichwort dafür. Weiterlesen

Die Arbeitsniederlegung in Antwerpen und Brüssel ist eine weitere Aktion der Gewerkschaften gegen die Kürzungspolitik der neuen Rechtsregierung von Ministerpräsident Charles Michel, an der auch flämische Nationalisten beteiligt sind.

streik_belgienBelgien

Nichts geht mehr in Antwerpen


Streiks gegen Dumpinglöhne und Sozialabbau in Belgien

Von Gerrit Hoekman

Quelle: jungeWelt vom 26. November 2014

Arbeiter haben am Montag praktisch den gesamten Seehafen von Antwerpen stillgelegt, auch der Schiffsverkehr ruhte. Jeweils ein Dutzend Frachter konnten nicht ein- oder auslaufen. Ebenfalls vom Streik betroffen waren die Häfen von Gent und Zeebrügge. In Brüssel blockierten Streikende die Zufahrtswege zum internationalen Flughafen Brussel-Charleroi. Passagiere waren dadurch gezwungen, mehrere hundert Meter zum Terminal zu laufen, weil Fahrzeuge nicht durch die Sperren kamen. In Teilen der Provinzen Limburg, Antwerpen, Henegouwen und Luxemburg wurde die Post nicht ausgeliefert, und der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen. Viele Regionalzüge fuhren nicht, was am Morgen für lange Staus in den Ballungszentren sorgte. Auch der Bahnverkehr mit dem Ausland war stark beeinträchtigt, Antwerpen war seit Sonntag abend um halb zehn auf Schienen nicht mehr zu erreichen. Weiterlesen